Mischkultur – für Anfänger

Mischkultur Zwiebeln-Gelbe-Rüben-Salate-Rote-Beete-Zwiebeln-Rainer-Steidle-Privatgarten
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Spätestens wenn man ein Gemüsebeet anlegen möchte muss man sich entscheiden, wie man es anlegt. Welches Gemüse passt zusammen, was verträgt sich gar nicht und wie geht das überhaupt mit dem Gemüsebeet anlegen?
Dieser Beitrag richtet sich vor allem an Garten-Anfänger. Die Mischkultur kann ganz einfach gestaltet werden. Ein paar Hintergrundinformationen erleichtern das Anlegen einer Mischkultur und schon kanns losgehen!

Bei der Mischkultur baut man geeignete Nachbarpflanzen in einzelnen Reihen nebeneinander an, um ihren unterstützenden Einfluß auf das Wachstum zu nutzen. Pflanzen gehen dabei Symbiosen mit anderen Pflanzen ein. Kulturen, die sich “riechen” können begünstigen sich gegenseitig, während andere eine hemmende Wirkung auf ihre Nachbarschaft haben. Entscheidend sind die Wirkung von Wurzelausscheidungen (Exsudate) und aromatische ätherische Öle.

Mischkulturen-Grafik-Nachbarschaft-im-Pflanzbeet-EM-Chiemgau-Gartenrose

>> Hier gibts den Mischkultur-Nachbarschaftsplan zum Selbstausdrucken <<

Die Vorteile der Mischkultur:

  • Sie ist die beste Art der Bepflanzung gegen Bodenmüdigkeit
  • Sie bietet eine gute Beet Ausnutzung für große Gemüse-Vielfalt
  • Mischkulturen begünstigen sich in der Schädlings- und Krankheitsabwehr
  • Unterschiedliche Wurzelsysteme beleben den Boden
  • Symbiotische Wechselwirkung von Bakterien verbessern das Bodengefüge
  • Der Abtransport von Stoffwechselausscheidungen wird ermöglicht
  • Verschiedene Kulturen fördern verschiedene Nützlinge

Mikrobiologie in der Mischkultur

Pflanzen haben auch eine Art Verdauungssystem. Vor allem über den Boden werden Stoffwechselprodukte (Exsudate, wie Aminosäuren, Zucker, Schleimstoffe, Proteine und Enzyme,…) und auch Gase ausgeschieden. Die Mikrobiologie ist verantwortlich für deren Abtransport aber auch für deren Umbau und Verfügbarkeit. Das erklärt auch, warum eine vielfältige und ausreichende Mikrobiologie im Boden so wichtig ist.
Nicht jedes Gemüse kommt mit den Ausscheidungsstoffen der benachbarten Gemüseart zurecht.
Wenn Pflanzen nur in Monokultur angebaut werden, kann der eingeschränkte Abtransport der Exsudate zur Ursache von Schädlingsbefall oder Krankheiten werden.

Verträgliche Pflanzen-Nachbarn bringen ihre “Mitarbeiter” in Form von Mikroben mit, die diese Arbeit zur vollen Zufriedenheit erledigen.
Auch eine Durchmischung von unterschiedlichen Wurzelarten begünstigt die Bodengesundheit. Mischkulturen sollten mit Tiefwurzler und Flachwurzler den Boden in allen Schichten durchdringen und mikrobiell beleben.

Verträgliche Pflanzen-Nachbarn bringen ihre “Mitarbeiter” in Form von Mikroben mit, die diese Arbeit zur vollen Zufriedenheit erledigen.
Auch eine Durchmischung von unterschiedlichen Wurzelarten begünstigt die Bodengesundheit. Mischkulturen sollten mit Tiefwurzler und Flachwurzler den Boden in allen Schichten durchdringen und mikrobiell beleben.

Je größer die Pflanzenvielfalt, desto mehr Wechselwirkungen zwischen Bakterien und Pflanzen finden statt. Pflanzen haben Einfluss auf das Mikrobiom um die Wurzeln herum.
Die Bakterien um den Wurzelbereich wiederum beeinflussen die Pflanze, indem sie z. B. die Nährstoff- und Wasserzufuhr steuern.
Letztlich sind die vielfältigen Mikroorganismen im Boden diejenigen, die eine Bodengare fördern und in Kombination mit Organik (in diesem Fall die Gemüsekultur) zur Humusbildung beitragen.

Beispiele für Mischkultur

Bei der Mischkultur geht man von Reihenpflanzung aus. Es muss aber nicht jede Reihe nur mit einer Gemüseart voll gepflanzt werden. Man kann die Reihen auch halbieren oder vierteln. So könnte man in einem einzelnen Beet eine Fruchtfolge planen, in dem jedes Jahr der Pflanzplan um ein Viertel weitergerückt wird.

Mischkultur Beispiel 1 bei einer Beet Breite von 120 cm

1. Reihe Sellerie mit Lauch (2 x Lauch & 1 x Sellerie)
2. ReiheSpinat beim 1. Mal schneiden das Herz stehen lassen, dann wächst er noch mal durch. Beim 2. Mal ebenerdig abschneiden. Wurzeln drin lassen, Paprika und Pepperoni pflanzen
3. Reihe Salate, nach der Ernte dann Rosenkohl säen oder setzen
4. Reihe Brokkoli & Blumenkohl im Wechsel, 40 cm Abstand

Mischkultur Beispiel 2 bei einer Beet Breite von 120 cm; 5 Reihen

März-MaiMai – September
1. Reihe
Zwiebeln setzen nach der Ernte Salate säen oder pflanzen
2. Reihe Spinatreihe nach der Ernte Kohle pflanzen
3. ReiheZwiebelnnach der Ernte Endivie und Radicchio
4. ReiheZwiebelnnach der Ernte, Minigurke
5. ReiheSalatePlatz für Gurke oder Grünkohl

Mischkultur Beispiel 3 bei einer Beet Breite von 120 cm; 3 Reihen, Beet halbiert

1. Reihe Bohnen 1/2 Beetreihe Gelbe Rüben und alle 10 cm ein Radieschen Samen ansäen. Das markiert die Möhren Reihe, die lange keimt
2. ReiheMangold 1/2 Beetreihe mit Spinat, später hier Paprika
3. ReiheBlumenkohl und Brokkoli 1/2 Beetreihe Zwiebel stecken
4. ReiheSelerieEndivien, Pflücksalat

Es gibt sehr viele Möglichkeiten Beet anzulegen. In der heutigen Zeit wird der zur Verfügung stehende Platz für den privaten Gemüseanbau immer kleiner. Dafür wächst der Ideenreichtum wo und wie das eigene Gemüse auf kleinster Fläche möglichst vielfältig angebaut werden kann. Ob es sich hier um Quadratmeter Gärten handelt oder Gemüse in Balkonkästen oder Kisten, in mit Erde ausgefüllten Betonringen – alles ist möglich. Es gibt kein falsch, solange etwas wächst und Freude bereitet.

Woran sollte man beim Planen denken?

  • Welches Gemüse mag ich gerne essen und wieviel davon kann ich essen?
  • Wieviel Platz braucht das jeweilige Gemüse?
  • Welches Gemüse passt zusammen, welche Nachbarschaft sollte ich unbedingt vermeiden?
  • Dokumentieren, wo was gepflanzt wird, um eine gute Fruchtfolge im nächsten Jahr zu ermöglichen.
Mischkultur un effektive Mikroorganismen

Fruchtfolge oder Fruchtwechsel?

Unter Fruchtfolge versteht man den Anbau der auf eine Frucht folgt, z.B. wenn der Spinat abgeerntet wird daraufhin Kohl auf den gleichen Platz gesetzt. Die Fruchtfolge ist hier Kohl auf Spinat

Unter Fruchtwechsel versteht man, was im nächsten Jahr für eine Fruchtfolge (Gemüseart) auf den gleichen Beet wächst. Im besten Fall hat man mehrere Beete und kann im Vier-Jahres Rhythmus das Beet einfach wechseln.

Planen Sie Ihre Mischkultur und beobachten Sie Ihre Erfolge. Um einen Fruchtwechsel für das nächste Jahr zu gewährleisten ist eine Dokumentation der Pflanzpläne sehr nützlich. Merken kann man sich meist nicht, welches Gemüse wo stand. Der Pflanzplan hilft uns dabei, einen Wechsel der Kulturen zu ermöglichen. Hier kommt dann der Fruchtwechsel ins Spiel:
Wo letztes Jahr Bohnen standen kann ich heuer Kohl pflanzen.
Wo letztes Jahr Gelbe Rüben standen kann ich heuer aber keine Pastinaken säen, da sie zur gleichen Familie zählen. So können Fehler bei dem Fruchtwechsel vermieden werden.
Mehr zur Fruchtwechsel in einem anderen Blogbeitrag.

Was sich liebt und gegenseitig fördert

Gemüse, das oberirdische Früchten trägt fühlt sich neben Gemüse wohl, das seine Früchte unterirdisch ausbildet.
Achtung! Kartoffeln (unterirdisch) fördern neben Tomaten (oberirdisch) die Krautfäule, die beide gleichermaßen befallen kann.

Gemüse mit flacher Wurzelausbildung neben tief wurzelndem Gemüse sichern den Pflanzen eine harmonische Nährstoffentnahme und durchwurzeln den Boden gleichmäßig, was sich gut auf die Bodengare auswirkt.
Wurzeln, die absterben dienen als Nahrung für andere Pflanzen. Deshalb Wurzeln nach Möglichkeit im Boden lassen. Nur Wurzeln von erkrankten Kohlarten entfernen (Kohlherniegefahr).
Flache oder herzförmige Wurzelausbildung (z.B. Salat, Tomaten,)
Tiefwurzler (z. B. Karotten, Pastinaken, Rettich)

Die Kombination aus Starkzehrern, Mittelzehrern und Schwachzehrern verhindern Nährstoff-Konkurrenz.
Starkzehrer sind z.B. Kohlarten, Kartoffeln, Erdbeeren, Rote Bete
Schwachzehrer sind z.b. Bohnen, Erbsen, Gurken, Tomaten oder Parika
Schwachzehrer sind z. B. Kresse oder Gartenkräuter

Kulturen mit voluminösen Wuchs mögen schlanke Gewächse neben sich. So ist der Platz gut ausgenutzt und ein gutes Pflanzklima entsteht.
(z.B. Bohnen neben Zuckermais oder Gurken)
Genügend Pflanzabstand ist dabei wichtig, damit sich alle Pflanzen nach seiner Art ausbreiten können und ausreichend Licht erhalten.

Ein guter Partner neben Kohlarten sind Selleriepflanzen. Sein Geruch vertreibt den Kohlweißling.

In den Mischkulturen stärken Düfte von ölhaltigen Kräuter die Immunabwehr gegen Schädlingsbefall. So schützt die Zwiebel die Gelbe Rübe vor Befall der Möhrenfliege. Gegen den Kohlweißling helfen Eberraute, Pfefferminze, Rosmarin und Salbei. Basilikum neben Tomaten schützt gegen weiße Fliege.

Kräuter mit starkem Aroma intensivieren den Eigengeschmack vom Nachbargemüse. Koriander oder Kümmel unterstützen schmackhafte Kartoffeln.

Knoblauch wird von Erdbeeren wegen seiner pilzhemmenden Wirkung sehr geschätzt.

Bohnen werden von der Bohnenblattlaus gemieden, wenn das stark aromatische Bohnenkraut nebenan wachsen darf. Es dient dann auch gleich zur Würze für ein wohlschmeckendes Bohnengericht.

Tagetes säubert den Boden z.B. vor Wurzelälchen und vertreibt auch so manchen Schädling aufgrund seines starken Geruchs. Auch Dill hält Schädlinge ab und fördert die Keimfähigkeit anderer Pflanzen.

Es gibt auch schlechte Nachbarn. Tomate und Gurken vertragen sich nicht, ebenso Petersilie und Schnittlauch – wenn sie im Wurzelbereich zusammenwachsen.

Wie können EM-Anwendungen die Mischkultur unterstützen

EM-Anwendungen, wie Mulchen und Bokashigaben helfen, die Mikrobiologie in Schwung zu halten und ein sehr gutes Wachstum ermöglichen.
Mulchmaterial kann Rasenschnitt sein, der alle paar Wochen 1 cm dick ausgebracht wird und natürlich mit EM-aktiv (50 ml/10 L Wasser) angegossen wird. Auch Heu eignet sich als Mulchmaterial sehr gut. Heu darf ca. 3-5 cm dick ausgebracht werden. Es verhindert auch Beikräuterwuchs.
Gemüsepflänzchen können vor dem Pflanzen in ein EM-Bad getaucht werden. So wird das Anwachsen gefördert.

Regelmäßiges, wöchentliches Gießen mit EM-aktiv [Shop] (50 ml/10 L Wasser) fördert die Mikrobiologie im Boden und hilft Krankheiten zu vermeiden.
Monatliche oder nach Bedarf wöchentliche Spritzungen mit EM-Bio-Cocktail [Shop] stärken die Immunabwehr der Pflanzen und kräftigen Aufwuchs und Standhaftigkeit und helfen, wenn sich mal doch ein Schädling eingenistet hat.
Mehr dazu im Blog Tipps vom Gärtnermeister

Viel Freude beim Garteln! Und nur Mut beim Ausprobieren. Wenn was nicht gelingen sollte, so gewinnt man doch eine wertvolle Erfahrung dazu, und wenn es nur die ist, dass man auch vor einer Paprika im Supermarkt Respekt haben kann, weil sie erfolgreich gewachsen ist.

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