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Mischkultur für Anfänger

Eine Mischkultur mit Zwiebeln, Gelbe Rüben, Salate und Rote Beete Zwiebeln bei EM Chiemgau

Spätestens wenn man ein Gemüsebeet anlegen möchte, muss man sich entscheiden, wie man es anlegt. Welches Gemüse passt zusammen, was verträgt sich gar nicht und wie geht das überhaupt mit dem Gemüsebeet anlegen? Dieser Beitrag richtet sich vor allem an Garten-Anfänger. Die Mischkultur kann mit ein paar Hintergrundinformationen ganz einfach gestaltet werden.

Bei der Mischkultur baut man geeignete Nachbarpflanzen in einzelnen Reihen nebeneinander an, um ihren unterstützenden Einfluss auf das Wachstum zu nutzen. Pflanzen gehen dabei Symbiosen mit anderen Pflanzen ein. Kulturen, die sich „riechen“ können begünstigen sich gegenseitig, während andere eine hemmende Wirkung auf ihre Nachbarschaft haben. Entscheidend sind die Wirkung von Wurzelausscheidungen (Exsudate) und aromatische ätherische Öle.

Mischkulturtabelle von EM-Chiemgau
Mischkulturtabelle von EM-Chiemgau

>> Hier gibts den Mischkultur-Nachbarschaftsplan zum Selbstausdrucken <<

Die Vorteile der Mischkultur:

  • Sie ist die beste Art der Bepflanzung gegen Bodenmüdigkeit
  • Sie bietet eine gute Beet Ausnutzung für eine große Gemüsevielfalt
  • Mischkulturen begünstigen sich in der Schädlings- und Krankheitsabwehr
  • Unterschiedliche Wurzelsysteme beleben den Boden
  • Symbiotische Wechselwirkung von Bakterien verbessern das Bodengefüge
  • Der Abtransport von Stoffwechselausscheidungen wird ermöglicht
  • Verschiedene Kulturen fördern verschiedene Nützlinge
  • Auch Pflanzen haben eine Art Verdauungssystem. Vor allem über den Boden werden Stoffwechselprodukte (Exsudate, wie Aminosäuren, Zucker, Schleimstoffe, Proteine und Enzyme,…) und auch Gase ausgeschieden. Die Mikrobiologie ist verantwortlich für deren Abtransport aber ebenso für deren Umbau und Verfügbarkeit. Das erklärt auch, warum eine vielfältige und ausreichende Mikrobiologie im Boden so wichtig ist.

    Nicht jedes Gemüse kommt mit den Ausscheidungsstoffen der benachbarten Gemüseart zurecht.
    Wenn Pflanzen nur in einer Monokultur angebaut werden, kann der eingeschränkte Abtransport der Exsudate zur Ursache von Schädlingsbefall oder Krankheiten werden.

    Verträgliche Pflanzen-Nachbarn bringen ihre “Mitarbeiter” in Form von Mikroben mit, die diese Arbeit zur vollen Zufriedenheit erledigen.

    Auch eine Durchmischung von unterschiedlichen Wurzelarten begünstigt die Bodengesundheit. Mischkulturen sollten mit Tiefwurzler und Flachwurzler den Boden in allen Schichten durchdringen und mikrobiell beleben.

    Je größer die Pflanzenvielfalt, desto mehr Wechselwirkungen zwischen Bakterien und Pflanzen finden statt. Pflanzen haben Einfluss auf das Mikrobiom um die Wurzeln herum.

    Die Bakterien um den Wurzelbereich beeinflussen wiederum die Pflanze, indem sie z.B. die Nährstoff- und Wasserzufuhr steuern.

    Letztlich sind die vielfältigen Mikroorganismen im Boden diejenigen, die eine Bodengare fördern und in Kombination mit Organik (in diesem Fall die Gemüsekultur) zur Humusbildung beitragen.

  • Bei einer Mischkultur geht man von Reihenpflanzung aus. Es muss aber nicht jede Reihe nur mit einer Gemüseart voll gepflanzt werden. Man kann die Reihen auch halbieren oder vierteln. So könnte man in einem einzelnen Beet eine Fruchtfolge planen, in dem jedes Jahr der Pflanzplan um ein Viertel weitergerückt wird.


    Mischkultur Beispiel 1 – bei einer Beetbreite von 120 cm mit 4 Reihen
    1. Reihe Sellerie mit Lauch (2 x Lauch & 1 x Sellerie)
    2. ReiheSpinat beim 1. Mal schneiden das Herz stehen lassen, dann wächst er noch mal durch. Beim 2. Mal ebenerdig abschneiden. Wurzeln drin lassen, Paprika und Pepperoni pflanzen
    3. Reihe Salate, nach der Ernte dann Rosenkohl säen oder setzen
    4. Reihe Brokkoli & Blumenkohl im Wechsel, 40 cm Abstand
    Mischkultur Beispiel 1 mit Lauch, Selerie, Kohl und Spinat

    Mischkultur Beispiel 2 – bei einer Beetbreite von 120 cm mit 5 Reihen
    März – MaiMai – September
    1. Reihe
    Zwiebeln setzen nach der Ernte Salate säen oder pflanzen
    2. ReiheSpinatreihe nach der Ernte Kohle pflanzen
    3. ReiheZwiebelnnach der Ernte Endivie und Radicchio
    4. ReiheZwiebelnnach der Ernte, Minigurke
    5. ReiheSalatePlatz für Gurke oder Grünkohl
    Mischkultur Beispiel 2 mit Zwiebeln, Spinat und Salaten

    Mischkultur Beispiel 3 – bei einer Beetbreite von 120 cm mit 4 Reihen – Beet halbiert
    1. Reihe 1/2 Beetreihe Bohnen1/2 Beetreihe Gelbe Rüben und alle 10 cm ein Radieschen Samen ansäen. Das markiert die Möhren Reihe, die lange keimt
    2. Reihe1/2 Beetreihe
    Mangold
    1/2 Beetreihe mit Spinat, später hier Paprika
    3. Reihe1/2 Beetreihe
    Blumenkohl und Brokkoli
    1/2 Beetreihe Zwiebel stecken
    4. Reihe1/2 Beetreihe
    Sellerie
    1/2 Beetreihe Endivien, Pflücksalat
    Mischkultur Beispiel 3 mit Bohnen, Mangold, Kohl und Sellerie

    Es gibt sehr viele Möglichkeiten ein Beet anzulegen. In der heutigen Zeit wird der zur Verfügung stehende Platz für den privaten Gemüseanbau immer kleiner. Dafür wächst der Ideenreichtum wie und wo das eigene Gemüse auf kleinster Fläche möglichst vielfältig angebaut werden kann. Ob es sich hier um Quadratmeter Gärten, mit Erde aufgefüllten Betonringen oder um Gemüse in Balkonkästen/-Kisten handelt – alles ist möglich. Es gibt kein falsch, solange etwas wächst und Freude bereitet.

    • Welches Gemüse mag ich gerne essen und wieviel davon kann ich essen?
    • Wieviel Platz braucht das jeweilige Gemüse?
    • Welches Gemüse passt zusammen und welche Nachbarschaft sollte man unbedingt vermeiden?
    • Dokumentieren, was wo gepflanzt wird, um eine gute Fruchtfolge im nächsten Jahr zu ermöglichen.
    Mischkultur Beet wird beschriftet
  • Unter Fruchtfolge versteht man den Anbau, der auf eine Frucht folgt. Wenn z.B. Spinat abgeerntet wird und daraufhin Kohl auf den gleichen Platz gesetzt wird. Die Fruchtfolge ist hier also Kohl auf Spinat.

    Unter Fruchtwechsel versteht man, was im nächsten Jahr für eine Fruchtfolge (Gemüseart) auf den gleichen Beet wächst. Im besten Fall hat man mehrere Beete und kann im Vier-Jahres Rhythmus das Beet einfach wechseln.

    Plant Eure Mischkultur und beobachtet die Erfolge. Um einen Fruchtwechsel für das nächste Jahr zu gewährleisten ist eine Dokumentation der Pflanzpläne sehr nützlich. Merken kann man sich meist nicht, welches Gemüse wo stand. Der Pflanzplan hilft uns dabei, einen Wechsel der Kulturen zu ermöglichen. Hier kommt dann der Fruchtwechsel ins Spiel:

    Wo letztes Jahr Bohnen standen kann ich heuer Kohl pflanzen.

    Wo letztes Jahr Gelbe Rüben standen kann ich heuer aber keine Pastinaken säen, da sie zur gleichen Familie zählen.

    So können Fehler beim Fruchtwechsel vermieden werden.

  • Gemüse, das oberirdische Früchte trägt, fühlt sich neben Gemüse wohl, welches seine Früchte unterirdisch ausbildet.

    Achtung! Kartoffeln (unterirdisch) fördern neben Tomaten (oberirdisch) die Krautfäule, die beide gleichermaßen befallen kann.


    Gemüse mit flacher Wurzelausbildung neben tief wurzelndem Gemüse sichert den Pflanzen eine harmonische Nährstoffentnahme und durchwurzeln den Boden gleichmäßig, was sich gut auf die Bodengare auswirkt.

    Wurzeln, die absterben, dienen als Nahrung für andere Pflanzen. Deshalb Wurzeln nach Möglichkeit im Boden lassen. Nur Wurzeln von erkrankten Kohlarten entfernen (Kohlhernie Gefahr).

    Flache oder herzförmige Wurzelausbildung (z.B. Salat, Tomaten,) neben Tiefwurzler (z. B. Karotten, Pastinaken, Rettich)


    Die Kombination aus Starkzehrern und Schwachzehrern verhindern Nährstoff-Konkurrenz.

    Starkzehrer sind z.B. Kohlarten, Kartoffeln, Erdbeeren, Rote Bete, Gurken, Tomaten oder Parika

    Schwachzehrer sind z.B. Bohnen, Erbsen, Fenchel, Kresse oder Gartenkräuter


    Kulturen mit voluminösen Wuchs mögen schlanke Gewächse neben sich.

    So ist der Platz gut ausgenutzt und ein gutes Pflanzklima entsteht (z.B. Bohnen neben Zuckermais oder Gurken).

    Genügend Pflanzabstand dabei ist wichtig, damit sich alle Pflanzen nach ihrer Art ausbreiten können und ausreichend Licht erhalten.


    Ein guter Partner neben Kohlarten sind Selleriepflanzen. Der Geruch vertreibt den Kohlweißling.


    In den Mischkulturen stärken Düfte von ölhaltigen Kräutern die Immunabwehr gegen Schädlingsbefall.

    So schützt die Zwiebel die Gelbe Rübe vor Befall der Möhrenfliege. Gegen den Kohlweißling helfen Eberraute, Pfefferminze, Rosmarin und Salbei. Basilikum neben Tomaten schützt gegen die weiße Fliege.


    Kräuter mit starkem Aroma intensivieren den Eigengeschmack vom Nachbargemüse.

    Koriander oder Kümmel unterstützen z.B. schmackhafte Kartoffeln.


    Knoblauch wird von Erdbeeren wegen seiner pilzhemmenden Wirkung sehr geschätzt.


    Bohnen werden von der Bohnenblattlaus gemieden, wenn das stark aromatische Bohnenkraut nebenan wachsen darf. Es dient dann auch gleich zur Würze für ein wohlschmeckendes Bohnengericht.


    Tagetes säubert den Boden vor z.B. Wurzelälchen und vertreibt auch so manchen Schädling aufgrund seines starken Geruchs. Auch Dill hält Schädlinge ab und fördert die Keimfähigkeit anderer Pflanzen.


    Es gibt aber auch schlechte Nachbarn!

    Tomaten und Gurken vertragen sich nicht, ebenso wenig Petersilie und Schnittlauch, wenn sie im Wurzelbereich zusammenwachsen.

  • EM-Anwendungen, wie Mulchen oder Bokashi-gaben, helfen die Mikrobiologie in Schwung zu halten und ein sehr gutes Wachstum zu ermöglichen.

    Mulchmaterial kann Rasenschnitt sein, der alle paar Wochen ca. 1 cm dick ausgebracht wird und natürlich mit EM-aktiv (50 ml/10 L Wasser) angegossen wird.

    Auch Heu eignet sich sehr gut als Mulchmaterial. Heu darf ca. 3-5 cm dick ausgebracht werden. Es verhindert auch Beikräuterwuchs.

    Gemüsepflänzchen können vor dem Pflanzen in ein EM-Bad getaucht werden. So wird das Anwachsen gefördert.

    Regelmäßiges, wöchentliches Gießen mit EM-aktiv (50 ml/10 L Wasser), fördert die Mikrobiologie im Boden und hilft Krankheiten zu vermeiden.

    Monatliche oder nach Bedarf wöchentliche Spritzungen mit dem EM-Bio-Cocktail, stärken die Immunabwehr der Pflanzen, kräftigen den Aufwuchs und die Standhaftigkeit und helfen, wenn sich mal doch ein Schädling eingenistet hat.

    Mehr dazu im Blogbeitrag: Tipps vom Gärtnermeister

Viel Freude beim Garteln! Und nur Mut beim Ausprobieren. Wenn etwas mal nicht gelingen sollte, so gewinnt man doch eine wertvolle Erfahrung dazu. Und wenn es nur die ist, dass man auch vor einer Paprika im Supermarkt Respekt haben kann, weil sie erfolgreich gewachsen ist…

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Ein Beitrag von Annerose Fischer

Ich heiße Annerose und bin von Anfang an dabei, also eines der Urgesteine hier. Wenn ich nicht vor dem PC sitze und Texte über EM-Anwendungen schreibe, so bin ich wahrscheinlich im Garten zu finden. Ob beim Pflanzen, Gießen, Ausgrasen, Bokashi machen oder bei den Hühnern. Der Garten bedeutet für mich Lebensqualität. EM bereichert mein Leben und ist nicht wegzudenken. Das wachsende Verständnis über Mikrobiologie, wie und wo sie mit unserem Leben zusammenhängt, ist sinnbringend, zukunftsrelevant und macht die Arbeit absolut interessant. Gerne gebe ich mein Wissen weiter und freue mich über EM-Erfahrungen von Dir.

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