Mein Garten und meine Schnecken

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Es heißt ja immer, wer mit EM arbeitet hat keine Schnecken im Garten. Ganz so einfach ist es nicht. Es sollte heißen, wer fleißig ist und regelmäßig EM im Garten einsetzt hat keine Schnecken mehr. Denn Schnecken haben einen sechsten Sinn um Fäulnisherde aufzuspüren. Und das beste Milieu-Steuerungsinstrument um Fäulnisprozesse zu stoppen ist nun mal EM.

Die biologischen Zusammenhänge sind doch sehr einleuchtend. Die Schnecke hat die Bestimmung den Garten aufzuräumen. Sie frisst all das was fault oder bald faulen wird. Das kann man auch selber gut überprüfen. Ist ein Salatblatt abgeknickt und fängt an braun zu werden, kann man darauf warten, dass die Schnecken dort anfangen zu fressen. Aber warum fressen sie auch scheinbar “gesunde” Pflänzchen? Die Antwort liegt im Boden:

Das Bodenmikrobiom, also die Ganzheit der vorkommenden Bodenmikroben, setzt entweder oxidative Fäulnisprozesse, oder reduktive fermenSchneckenbefall_Bohnentative Prozesse, also das Gegenteil von Fäulnis, ein, um Nährstoffe für die Pflanze zu generieren. Je nachdem welche Produkte die Pflanze aus dem Boden erhält, nimmt sie das Fäulnis- oder Fermentationsmilieu in sich auf und ist dadurch attraktiv für die Schnecke oder nicht.

EM mindert Fäulnisprozesse im Boden und mindert somit die Attraktivität der Pflänzchen für die Schnecke. Man sollte außerdem seinen ganzen Kreislauf im Garten betrachten. Wo habe ich Fäulniseinträge? Ist mein Kompost ausreichend gereift? Wird Mulchmaterial ausgebracht, das ab dem ersten Regen vor sich hin fault und schmiert? Wie oft werden oxidative Impulse, wie Mineraldünger oder Herbizide, Fungizide und der Gleichen ausgebracht? Welches Wasser verwende ich zum Gießen? Und so weiter und so fort….

Der Garten meiner Mama war mein EM-Versuchsobjekt Nummer eins, sobald ich EM vor 17 Jahren kennen lernen durfte. Dort haben wir bald angefangen Bokashi zu produzieren und ihren Kompost mit EM, Gesteinsmehl und seit ein paar Jahren auch das RoPro-Streu, also belebter Kohle, zu optimieren. Mittlerweile kippt sie regelmäßig 10 L EM-aktiv in ihre Regentonne mit 500 L Wasser und gießt mit dem Gartenschlauch den ganzen Garten damit. Alle Hecken, natürlich den Gemüsegarten, alle Staudenrabatten, die Rasenflächen, einfach die gesamte Gartenfläche. Ganz nach dem Vorbild von Gärtnermeister Steidle. Die Regentonnen-Variante macht sie seit fast zwei Jahren. Die erste Anwendung ab dem Frühjahr, sobald es warm genug ist und dann alle 4-8 Wochen. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Beim Schneckenabsammeln findet sie in ihrem großen Gemüsegarten höchsten ein oder zwei Exemplare, dieser gefräßigen Tiere.

schneckeneier
Schneckengelege aufzuspüren und zu vernichten lohnt sich. Schließlich bedeutet jedes eingesammelte Gelege 50-100 Schnecken weniger im neuen Jahr.

Das Thema Schnecken bewegt die Gartler wie kein Zweites. Bei meinen Vorträgen in Gartenbauvereinen kommt es regelmäßig zu hitzigen Diskussionen,  sobald wir das Thema Schnecken anschneiden.  Da verwandeln sich die sonst so friedliebenden Gartler regelrecht in Berserker! Jeder hat eine ausgeklügelte Methode, wie man diese “Aufräumhelfer” am besten umbringt. Ich denke allerdings, dass der Kampf nie die Lösung bringt. Vor allem nicht nachhaltig.

Schneckenbefall_Rasen

Habt ihr noch Erfahrung mit anderen natürliche Methoden gegen Schnecken? Ich denke da an Homöopathie oder Nematoden, Hühner oder Laufenten … Was könnt ihr in Eurem Garten beobachten, seit ihr EM einsetzt? Ich freue mich schon sehr auf Eure Rückmeldungen.

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2 Gedanken zu „Mein Garten und meine Schnecken“

  1. Da ich immer wieder damit konfrontiert werde: Für den Garten an sich ergibt das alles Sinn. Nun habe ich aber die Jungpflanzenanzucht und Saat in Aussaatplatten. Hierfür wird gekaufte Aussaaterde benutzt und die Platten stehen anschließend in relativ unnatürlicher Umgebung (Anzuchthaus unter Folie oder auf Steinplatten im Garten). Hier schlagen die Schnecken sehr gerne zu.
    Gibt es hierzu Erfahrungen? Meiner Erfahrung nach bringen hier wöchtenliche oberflächliche Spritzungen auf die Platten recht wenig. Eine Idee, die ich nun habe, wofür mir aber aktuell die Zeit fehlt sind die Vorfermentierung der Erde mit EM.

    1. Ich kann mir gut Vorstellen dass einfach EM drüber sprühen hier nicht wirklich wirkt. Man fängt ja auch mit jedem Durchgang wieder von Null an. Im Garten kann sich doch ein regeneratives Mileu über die Zeit einstellen.

      Eine Maßnahme von der wir recht gute Rückmeldungen bekommen, ist die Aufwertung des Substrats. Dadurch kommt von Anfang an mehr Lebendigkeit ins Spiel und regenerative Prozesse laufen schneller an.

      Unsere Empfehlung zur Substrataufwertung lautet:

      10% Chiemgauer Schwarzerde
      3 kg RoPro-Lit je m³ Substrat
      20-100 g Keramikpulver je m³ Substrat

      Wöchtenlich EM-aktiv dem Gießwasser zugeben.

      Viele Grüße

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