Rasenbokashi herstellen – Rasenschnitt fermentieren und als Mulch nutzen

Rasenbokashi = fermentierter Rasenschnitt
Rasenbokashi wird zum Mulchen und Düngen verwendet
Jedes Frühjahr beginnt sie wieder: die Mähsaison. Und mit ihr fällt jede Menge frischer Rasenschnitt an.
Frischer Rasenschnitt eignet sich hervorragend als Mulchmaterial. Doch nicht immer fällt genau dann Rasenschnitt an, wenn im Garten Mulch gebraucht wird. Mit Effektiven Mikroorganismen (EM) lässt sich überschüssiger Rasenschnitt fermentieren und dadurch konservieren. So entsteht Rasenbokashi – ein organisches Mulchmaterial, das sich über längere Zeit aufbewahren und vor allem in den Herbst-Wintermonaten im Garten einsetzen lässt.
Wir stellen seit vielen Jahren Rasenbokashi her und möchten diese Methode nicht mehr missen. Sie ist einfach und hilft dabei, Gartenmaterial sinnvoll im Kreislauf des eigenen Gartens zu nutzen.
Erfahre hier, wie einfach das geht!
Hier gehts direkt zur Videoanleitung!
Was spricht für Rasenbokashi
Was ist Rasenbokashi
Warum wir Rasenbokashi so gerne verwenden
Rasenbokashi herstellen – Schritt für Schritt
Woran erkennst du gelungenes Rasenbokashi?
Wo verwendest du Rasenbokashi im Garten
Rasenbokashi mit Pflanzenkohle aufwerten
Häufige Fragen zu Rasenbokashi
Was spricht für Rasenbokashi?
- Sehr leicht herzustellen
- Gut lagerfähiges Mulchmaterial für Gemüse und Staudenbeete
- Organische Substanz für den Gartenboden = Nahrung für das Bodenleben
- Rasenschnitt im eigenen Garten weiterverwenden
Was ist Rasenbokashi?
Rasenbokashi entsteht, wenn frischer Rasenschnitt unter Luftabschluss fermentiert wird. Unterstützt wird dieser Prozess durch Effektive Mikroorganismen. Anders als beim Kompostieren findet keine Rotte statt, sondern eine Fermentation.
Das Ergebnis ist ein angenehm säuerlich riechendes, gut konserviertes organisches Material, das sich hervorragend als Mulch oder zur Einarbeitung in den Boden eignet.
Gerade in den Monaten, in denen regelmäßig gemäht wird, entsteht so aus überschüssigem Rasenschnitt ein Vorrat für den Garten, der sich für später aufbewahren lässt.
Warum wir Rasenbokashi so gerne verwenden
Wer einmal erlebt hat, wie viel Rasenschnitt während einer Gartensaison anfällt, erkennt schnell den Vorteil dieser Methode.
Rasenbokashi
- macht überschüssigen Rasenschnitt für später haltbar,
- lässt sich gut lagern,
- eignet sich als Mulchmaterial für Gemüse-, Stauden- und Obstbeete,
- bringt organische Substanz in den Gartenboden,
- kann als Mulch oder zur Einarbeitung in den Boden verwendet werden,
- hilft dabei, Rasenschnitt im eigenen Garten weiterzuverwenden
- unterstützt einen geschlossenen Stoffkreislauf im Garten
Für uns gehört Rasenbokashi seit Jahrzehnten genauso selbstverständlich zum Gärtnern wie das Kompostieren.


Rasenbokashi herstellen – Schritt für Schritt
Die Herstellung ist unkompliziert und gelingt auch Einsteigern.
Das benötigst du
- frischen Rasenschnitt
- EM-aktiv
- einen luftdicht verschließbaren Behälter (Faß) oder stabile Säcke
- optional Gesteinsmehl
- optional RoPro-Streu Pflanzenkohle
Schritt für Schritt:
1. Rasenschnitt anwelken lassen
Den frisch gemähten Rasenschnitt für etwa 30–60 Minuten in der Sonne ausbreiten. Dadurch verliert er überschüssige Feuchtigkeit und die Fermentation gelingt leichter.
Tipp: Keine Zeit? Dann einfach etwas mehr EM-aktiv und RoPro-Streu verwenden. Die Pflanzenkohle bindet Feuchtigkeit und unterstützt den Fermentationserfolg.
2. Rasenschnitt aufbereiten
Pro 100 Liter Rasenschnitt (ca. eine Schubkarre) etwa 300–500 ml EM-aktiv gleichmäßig aufsprühen.
Optional kann das Material zusätzlich aufgewertet werden mit:
- RoPro-Streu Pflanzenkohle (bis zu 3 Liter je 30-Liter-Fass) – speichert Nährstoffe und gibt sie später nach und nach wieder an die Pflanzen ab (Terra Preta Prinzip)
- 100–300 g RoPro-Lit Urgesteinsmehl – liefert Mineralien und unterstützt die Aktivität der Mikroorganismen.
3. Fermentieren
Den vorbereiteten Rasenschnitt schichtweise in das Bokashi-Fass füllen und jede Schicht sanft, aber gleichmäßig andrücken, damit möglichst wenig Luft eingeschlossen wird.
Während des Befüllens kannst du immer wieder EM-aktiv nachsprühen, damit jede Schicht gut mit Effektiven Mikroorganismen benetzt wird. Das hat sich in der Praxis sehr bewährt, weil dann das Verdichten nicht zwingend notwendig ist. Das Bokashi lässt sich später dann viel leichter verteilen, weil es nicht so stark verdichtet wurde.
Anschließend das Fass luftdicht verschließen und 4–8 Wochen fermentieren lassen.
Das fertige Rasenbokashi ist ein bis zwei Jahre haltbar und unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen.
Tipp: Wird das Fass nicht vollständig gefüllt, kann ein brennendes Teelicht (mit mindestens 30 cm Abstand zum Deckel) den restlichen Sauerstoff im Fass verbrauchen. Sobald der überschüssige Sauerstoff verbraucht ist, erlischt die Flamme.
4. Ausbringen
Das fertige Rasenbokashi 2–4 cm dick als Mulchschicht ausbringen. Zu den Pflanzen etwa 3–5 cm Abstand halten.
Der typische Silogeruch ist ein Qualitätsmerkmal der Fermentation. Er lässt sich nach dem Ausbringen durch etwas RoPro-Lit Urgesteinsmehl sowie EM-aktiv oder Bodenagil rasch vermindern.
Tipp: Je reichlicher du EM-aktiv verwendest, umso weniger muss das Gras verdichtet werden.
Der Vorteil: es klebt nicht in festen Matten zusammen, sondern kann nach der Reifezeit locker verteilt werden.
Wer sicher gehen will, sprüht während des Einfüllens immer wieder EM-aktiv unter den Rasenschnitt.
Wichtig: Größere Mengen Rasenschnitt solltest du nicht einfach als Haufen liegen lassen. Durch die dichte Lagerung können sich Hitze und Fäulnis entwickeln.






Woran erkennst du gelungenes Rasenbokashi?
Ein gelungenes Rasenbokashi erkennst du an einigen einfachen Merkmalen:
- angenehm säuerlicher Geruch (Typischer Silo Geruch)
- gleichmäßig fermentiertes Material
- keine Fäulnis
- keine stark fauligen oder stechenden Gerüche
Ein weißlicher Belag durch sogenannte Kahmhefen kann auftreten und ist unproblematisch.
Wo verwendest du Rasenbokashi im Garten?
Rasenbokashi kann vielseitig eingesetzt werden. Besonders bewährt hat es sich
- im Hochbeet,
- als Mulchschicht zwischen Gemüsepflanzen,
- in Staudenbeeten,
- unter Beerensträuchern,
- rund um Obstbäume

Halte zu Pflanzen immer einen kleinen Abstand von 2-4 cm, so dass das Bokashi die Pflanzen nicht berührt.
Während der ersten Tage ist das saure Bokashi noch etwas scharf und könnte Pflanzenteile „verbrennen“.
Eine dünne Mulchschicht von 2–4 cm schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und hilft dabei, ihn möglichst dauerhaft bedeckt zu halten.
Rasenbokashi mit Pflanzenkohle aufwerten
Mit Pflanzenkohle das Potenzial des Rasenbokashi erweitern
Rasenbokashi lässt sich durch die Zugabe von Pflanzenkohle gezielt ergänzen. Deshalb gehört RoPro-Streu auch zu unserem Bokashi-Set.
Pflanzenkohle besitzt eine außergewöhnlich große innere Oberfläche mit unzählig feinster Poren. Dadurch kann sie Wasser und gelöste Nährstoffe aufnehmen und speichern. Gleichzeitig bieten ihre Poren geschützte Lebensräume für Bodenmikroorganismen.
Während der Fermentation verbindet sich die Pflanzenkohle mit den organischen Bestandteilen des Rasenschnitts. Aus dieser Kombination entsteht ein Material, das sich für die Anwendung nach dem Terra-Preta-Prinzip eignet.
Genau deshalb sollte Pflanzenkohle möglichst nicht „pur“ ausgebracht werden. Durch die Verbindung mit organischer Substanz – zum Beispiel im Rasenbokashi oder im Kompost – wird sie in das organische Material eingebunden.
Mit jeder Anwendung gelangt so nach und nach Pflanzenkohle in den Boden. Dort bleibt sie über viele Jahrzehnte erhalten und kann dazu beitragen, Wasser, organische Substanz und Nährstoffe langfristig im Boden zu halten.
Gleichzeitig entsteht ein porenreicher Lebensraum für Bodenorganismen und damit eine gute Grundlage für ein aktives Bodenleben.

Unser Konzept für die Bodenpflege mit Rasenbokashi
Rasenschnitt → EM-Fermentation → Pflanzenkohle lädt sich auf → Terra-Preta-Prinzip → langfristiger Humusaufbau und Bodenpflege
Tipp: Produziere im Sommer ausreichend Rasenbokashi. Das gereifte Bokashi kannst du dann in den späten Herbst- und Wintermonaten ausbringen.
Von November bis März sind unsere Gartenbeete meist kahl. Eine Mulchschicht aus Rasenbokashi hält den Boden bedeckt und bietet dem Bodenleben auch in den milden Wintermonaten organisches Material. Außerdem schützt sie den Boden vor Austrocknung und Erosion.
Häufige Fragen zu Rasenbokashi
Grundsätzlich ja. Frischer Rasenschnitt eignet sich am besten. Er sollte möglichst nicht bereits faulen oder stark verschmutzt sein. Je frischer das Material verarbeitet wird, desto besser gelingt die Fermentation. Rasenschnitt aus einem artenreichen Rasen bringt eine größere Vielfalt an Pflanzenmaterial mit.
Ja, sehr gut und unkompliziert. Solange es luftdicht verschlossen bleibt, lässt es sich etwa zwei Jahre lagern.
Es kann auch der Witterung ausgesetzt sein, vorausgesetzt, der Behälter ist wetterfest. Unser Bokashi-Fass ist viele Jahre formbeständig und wetterfest.
Vermeide Pflanzen mit ausgereiften Samenständen. Zwar kann die Fermentation die Keimfähigkeit vieler Samen herabsetzen, eine vollständige Sicherheit gibt es jedoch nicht. Um unerwünschte Überraschungen im Beet zu vermeiden, verarbeite Wildkräuter am besten vor der Samenreife.
Ja, grundsätzlich ist das möglich. Eine Fermentation kann auch ohne die Zugabe von EM einsetzen. In der Landwirtschaft wird beispielsweise Grassilage allein durch starkes Verdichten hergestellt. Dabei wird die Luft weitgehend aus dem Erntegut gedrückt und Pflanzensaft tritt aus. Die natürlich auf den Pflanzen vorkommenden Milchsäurebakterien beginnen anschließend mit der Fermentation.
Mit EM-aktiv werden gezielt Mikroorganismen eingebracht, die den Fermentationsprozess von Anfang an unterstützen. Insbesondere die Milchsäurebakterien bilden Milchsäure, wodurch der pH-Wert rasch absinkt. Dadurch werden Bedingungen geschaffen, unter denen unerwünschte Fäulnisprozesse deutlich gehemmt werden. Die Fermentation verläuft dadurch in der Regel kontrollierter und gleichmäßiger.
Da Rasenschnitt im Garten meist nicht mit derselben Technik und Verdichtung wie Silage in der Landwirtschaft verarbeitet wird, kann der Einsatz von EM-aktiv dabei helfen, die Fermentation auch unter weniger idealen Bedingungen zuverlässig in Gang zu bringen.
Ja, grundsätzlich ist das möglich. In der Praxis hat es sich jedoch bewährt, Rasenschnitt und Küchenabfälle getrennt zu fermentieren, da sie sich in Feuchtigkeit und Struktur deutlich unterscheiden.
Weil aus etwas, das viele entsorgen würden, ein wertvoller Bestandteil des Gartenkreislaufs entsteht. Jeder Rasenschnitt bleibt im Garten, wird weiter genutzt und trägt dazu bei, organische Substanz wieder in den Boden zurückzuführen. Dieser geschlossene Kreislauf gefällt uns: Der Rasenschnitt wird fermentiert, für später konserviert und kann wieder als Mulchmaterial im Garten eingesetzt werden.
Fermentation kann grundsätzlich auch spontan einsetzen. In der Landwirtschaft wird der Grasschnitt extrem verdichtet, so dass Pflanzensaft austritt und
Mit EM-aktiv werden jedoch gezielt Mikroorganismen eingebracht, die den Fermentationsprozess unterstützen, durch Milchsäurebakterien wird der pH-Wert abgesenkt, was Fäulnisprozesse stark reduziert. Die Fermentation wird durch EM gezielt unterstützt.

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